Gedankenschnipsel #3: Blog, Medienbranche, Freiwilligenarbeit und Zukunft

5/24/2015

So, ihr tollen Menschen da draußen,
es ist geschehen und ich habe ENDLICH mal an meinem Blogdesign etwas herumgefuscht. ;) In letzter Zeit war ich in einem kleinen Bloggertief, immer wieder habe ich angefangen Beiträge zu schreiben, aber sie nie zu Ende geführt. Ich denke, das ist von Zeit zu Zeit ganz normal und auch nicht zu verhindern. Ich versuche mir gerade keinen Druck zu machen. Ganz gechillt. Vielleicht motiviert das neue Design dann wieder mehr zum Bloggen. :)
Ich hoffe natürlich, dass es euch gefällt. Ihr könnt mir ja euer Feedback da lassen, wenn ihr wollt. An dem Header habe ich sehr lange rumgewerkelt, 100 verschiedene Varianten probiert und bin dann doch (wie das so oft dann ist) bei der schlichtesten hängengeblieben. Aber ich sehe mich sowieso in ein paar Monaten schon wieder alles umschmeißen. Es macht halt zu viel Spaß :D Ansonsten habe ich jetzt eine Rezepteübersicht, eine etwas detalliertere About-Seite und die Kategorie Achtsamkeit hinzugenommen. Achja und so ein Schwebedingens, was beim scrollen mitfährt.^^ Die meisten Tutorials habe ich von Copypastelove. Tolle Seite! Leider funktioniert Googlefriendconnect nicht mehr bei mir...weiß jemand, woran das liegt?

Gerade haben auch andere Blogger etwas an ihrem Design geändert, wie z.B. Teena TV, die ihrem Blog einen neuen professionellen Anstrich verliehen und ihre Themenvielfalt ausgebaut hat, auf Lady Windermere's Pan habe ich gerade den schönsten Header des Internets entdeckt, Anja hat gleich einen völlig neuen Blog aufgemacht, den ich auch sehr gelungen finde (besonders die verschiedenen Rubriken) und bei Tried-it-out gefällt mir das frische, übersichtliche Design sehr gut. Schaut bei den Ladys unbedingt mal vorbei. ;)


So jetzt aber mal zu etwas ganz Anderem. Wir kennen uns ja jetzt alle hier schon ein bisschen. Und deshalb habe ich auch kein Problem, ein bisschen mehr mit euch zu teilen. Ich habe Ende letzten Jahres mein Leben einmal komplett umgekrempelt. Also zumindest fühlt es sich für mich so an. Vielleicht sieht es von Außen aus, wie die typische Mitte-20-Krise, die ja angeblich unter jungen Menschen ziemlich verbreitet sein soll. Letztes Jahr, zum Ende meines Bachelorsemesters war ich so unglücklich, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Mein Studium "Irgendwas mit Medien" fand ich nicht so dolle. Auch wenn ich mit meiner Bachelorarbeit und meiner Abschlussnote mehr als zufrieden war, dachte ich mir so: Ich möchte nicht in der Medienbranche arbeiten. Ich möchte keinen Master mehr in diesem Fach machen.
Ich werde an dieser Stelle jetzt nicht die Medienbranche dissen (vielleicht später an anderer Stelle...hehe) aber schon während Praktika in diesem Bereich habe ich einfach gemerkt, dass ich mit der Schnelllebigkeit, den Überstunden und dem "sei jung, dynamisch, kreativ, connected und crazy" nicht mehr klar kam. Als ich mich kurz nach dem Abschluss auf dem Arbeitsmarkt umsah, fand ich ausschließlich junge Start-Ups oder die ganz großen Unternehmen, die Praktikanten suchten, die am besten fließend Englisch, Französisch, Japanisch und Russisch sprechen konnten, ein Jahr Backpacking in Australien hinter sich haben und sehr gute Führungszeugnisse von den 15 Praktika zuvor vorweisen konnten und vor allem mit Anfang 20 schon mega viel Erfahrung mitbrachten. 40 Stunden die Woche. Unbezahlt. Überstunden garantiert.
So jetzt habe ich doch ein wenig gedisst. Und natürlich ist das hier nur meine persönliche Wahrnehmung. Es gibt viele Leute aus meinem Bekanntenkreis, die in den Medien arbeiten und einem super tollen, erfüllenden Beruf nachgehen. Aber ich wollte und konnte mir meine Zukunft einfach nicht mehr dort vorstellen.


Manchmal braucht es sehr viel Kraft und Mut, seinen Eltern zu sagen: "Ähm, Mama, Papa, ich bin unzufrieden mit dem beruflichen Weg, den ich eingeschlagen habe, ich möchte etwas Anderes in meinem Leben machen." Besonders wenn man nicht weiß, was man denn nun machen möchte. Auch ich habe es sehr lange herausgezögert, meinen Eltern zu "beichten" dass ich innerlich schon lange mit dem Gedanken an ein Masterstudium abgeschlossen habe. Ich denke jeder junge Mensch kennt diese quälende Frage: "Was willst du später mal werden?" Diese Frage kann einen wirklich noch ins Grab bringen. Besser wäre doch die Frage: "Was willst du jetzt gerade machen? Wie können wir dir helfen, deine Fähigkeiten und Talente zu finden?"


Long story short: Ich habe mich informiert, was ich denn stattdessen machen könnte. Und kam dann auf die Idee ein freiwilliges Jahr einzulegen. Ein Jahr, in dem ich mich mir selbst widme, herausfinde was ich gut kann und was ich eigentlich für Wünsche habe. (Denn während des Studiums habe ich mich nicht wirklich damit beschäftigt.) Gleichzeitig wollte ich etwas Sinnvolles machen und einen  Enblick in einen Beruf bekommen, den ich noch nicht kannte. Ich weiß noch, wie ich mir alles zurecht gelegt habe: einen super formatierten Lebenslauf, ein ansprechendes Bewerbungsschreiben und ein gutes Führungszeugnis. Als ich dann durch ganz viele Umwege zu einer Stelle weitergeleitet wurde, die vielleicht jemanden suchen könnte, wurde ich sofort eingeladen. Mein super formatierter Lebenslauf, mein ansprechendes Bewerbungsschreiben und mein gutes Führungszeugnis musste ich nicht mitbringen. Nach einem sehr lockeren, freundlichen Gespräch war klar: wir konnten uns beide vorstellen, dass ich hier für ein Jahr arbeiten würde. Obwohl mir die Stelle damals sicher war, habe ich mir noch tagelang Gedanken gemacht, ob ich denn wirklich bei dem Gespräch "überzeugt" hätte. Damals war ich innerlich  noch so sehr in dieser ätzenden Bewerbungsschleuse drin, dass ich Angst hatte, dass ich nicht genügend Qualifikationen vorzuweisen hätte. Ich sage es an dieser Stelle nochmal, um die Verdrehtheit der Situation klar zu machen: Ich hatte Angst davor, nicht genügend Qualifikationen für eine FREIWILLIGE Arbeit vorweisen zu können.
In dem Moment, wo ich das jetzt hier schreibe, wird mir noch bewusster, wie tief ich damals in diesem Leistungsorientierten Denken drin steckte.


Es war möglich bei dieser Stelle einen Bundesfreiwilligendienst zu beginnen: das bedeutet, man arbeitet ein Jahr (in Vollzeit) für eine Organisation, die sich darum kümmert, dass man während des Jahres die Möglichkeit hat, Seminare zu besuchen, ordentlich betreut wird und man sogar etwas Geld bekommt. Im Februar fing ich dann dort erst mal ein Praktikum an und im Mai startete dann endlich offiziell mein freiwilliges Jahr.


Ich arbeite hauptsächlich mit Frauen und Kindern mit Migrationshintergrund zusammen, gebe Nachhilfe, bin bald auch im Deutschunterricht mit dabei, helfe bei Problemen (z.B. mit Behörden, bei Computerproblemen), gestalte Flyer, mache ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit, aber helfe auch in der Küche, bei Festen oder im Empfangsbereich. Es ist eine kunterbunte Mischung aus verschiedenen Aufgaben. Und das beste: es macht mir wirklich Spaß. Ich habe das Gefühl, dass ich gebraucht werde. Das meine Arbeit sinnvoll ist. Ich bekomme gerade einen wahnsinnig vielseitigen und hautnahen Einblick in andere Kulturen.
Doch ich sehe auch Tag für Tag, mit welchen Problemen sich Migranten in Deutschland herumschlagen müssen. Wie die ganze Bürokratie, besonders die zahlreichen Anträge und Bescheinigungen, ihnen das Leben nur noch schwerer machen. Ich beobachte Frauen, die einen ständigen Spagat zwischen ihrer Religion und der deutschen "Freizügigkeit" machen wollen. Wie Kinder, in der dritten Klasse schon einem enormen Leistungsdruck unterliegen. Wie schwierig doch viele Familiensituationen sind. Ich bekomme mit, wie die Realität von Arbeitslosen, Prostituierten, sozialschwachen Familien und Ausländern in Deutschland aussieht.
Aber ich habe auch gemerkt, wie wichtig und toll es ist, dass sich Frauen bei uns gemeinsam treffen, ihre Kultur und Sprache ausleben können und Bildung bekommen. Wie schön es ist, wenn ein Kind zu dir kommt und freudig berichtet, dass es in Englisch eine 1 geschrieben hat. Ich sehe auch, wie viel gegen die ganzen Ungerechtigkeiten getan wird. Wie immer mehr Projekte entstehen, damit Themen wie Prostitution oder Obdachlosigkeit nicht in die hinterste Ecke gekehrt werden.
Ich habe in diesen letzten vier Monaten so viel gelernt. Auch wenn ich mich manchmal mit sehr unangenehmen Themen auseinandersetzen muss oder einige Menschen schwieriger sind, genieße ich meine Freiwilligenarbeit sehr.

Ob ich jetzt wirklich DEN Beruf gefunden habe, weiß ich nicht. Ich habe noch mindestens 11 Monate um es herauszufinden. ;) Allerdings hat sich mein Denken was Erfolg, Beruf und Zukunft angeht, grundlegend geändert. Wenn ich mich für einen Beruf entscheiden werde, dann möchte ich nicht danach gehen, wie viel Geld man verdient, welche Aufstiegsmöglichkeiten und gesellschaftliches Ansehen ich vielleicht irgendwann mal dadurch hätte. Ich möchte meine BerufUNG finden. Ich möchte eine sinnvolle Tätgkeit finden, der ich mit vollster Leidenschaft nachgehen werde. Nicht mehr und nicht weniger.

Bei der Schüler-Nachhilfe betreue ich gerade ein super schüchternes Mädchen aus der 6.Klasse, das noch etwas Probleme mit der deutschen Sprache hat. Statt die verwirrenden deutschen Grammatikregeln zu pauken, habe ich ihr gezeigt, wie man in Word ein Arbeitsblatt (das Thema war: Das Leben im alten Rom) mit Bildern, Text und Überschriften gestaltet. Wir haben verschiedene Schriftarten und -farben ausgesucht, Bilder eingefügt und gleichzeitig hat sie mir erklärt, wie die Häuser der alten Römer damals aussahen. Gemeinsam haben wir sogar einen kleinen deutschen Text geschrieben.
Am Ende haben wir das Arbeitsblatt ausgedruckt und als sie es dann so stolz in der Hand hielt und sich über ihre Arbeit freute, wusste ich, dass ich irgendetwas richtig gemacht habe. In letzter Zeit merke ich immer wieder, wie künstlerisch begabt sie ist und wie wichtig es ist, das  in irgendeiner Art und Weise zu fördern. Ich möchte unbedingt, dass sie Möglichkeiten bekommt ihre Talente und Interessen auszuleben. Ich möchte nicht, dass sie sich irgendwann in dem Bildungsstrudel verliert und nur noch ihre Zeit damit verbringt an dem perfekten Lebenslauf zu feilen, statt ihren wirklichen Fähigkeiten nachzugehen. Auf dem Weg nach Hause bemerkte ich dann erstmal, wie mein Gesicht die ganze Zeit glühte. Vor Freude und Aufgeregtheit. :)



Manchmal ist es gut, sein Leben noch mal vollkommen umzukrempeln. Auch wenn das bedeutet, dass man auf ein paar Dinge verzichten oder sich neuen, unbekannten Situationen stellen muss. Ich setze mich mittlerweile im Gegensatz zu früher sehr gerne damit auseinander, wie meine Zukunft aussehen wird, nehme mir Zeit für meine Interessen und überlege wie ich Erfolg für mich definiere. Es ist vollkommen okay, wenn Erfolg für einen bedeutet, viel Geld und Ansehen zu erlangen. Das darf glücklicherweise jeder selbst für sich entscheiden. Es ist auch vollkommen okay, sich mal eine "Pause" zu nehmen und herauszufinden, was man gerne macht. Deshalb habe ich übrigens auch diesen Blog hier gestartet. ;)

So, das waren wirklich mal ganz schön viele Gedankenschnipsel. Mich würde natürlich interessieren, ob ihr schon euren Traumberuf gefunden habt oder ob ihr auch noch auf der Suche seid. Würdet ihr am liebsten mal für ein Jahr etwas ganz anderes machen?  

Das könnte dich auch interessieren...

16 Kommentare

  1. Liebe phine,
    ersteinmal Glückwunsch zum neuen Design, es sieht richtig toll aus und dein header gefällt mir richtig gut. War jede minute arbeit wert ;)
    Habe gerade deinen Beitrag gelesen und konnte mich an so vielen Stellen wieder finden. Toll, dass du diese Entscheidung getroffen hast und etwas gefunden hast, das dich glücklich macht!

    Liebste grüße
    Lea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Lea, danke für dein Feedback :) Freut mich, dass dir der Header gefällt, ich war da wirklich ein bisschen unsicher, ob er gelungen ist.
      Liebe Grüße :)

      Löschen
  2. Hallo Phine,
    danke für's erwähnen :D :) Deine Kreativität macht sich echt immer bezahlt. Dein Design ist unvergleichlich schön geworden und spiegelt deinen Stil perfekt wieder! Ich fand deinen Text wirklich sehr interessant. Mal was sehr persönliches von dir, hat mir wirklich gefallen. Irgendwie gehört auch viel Mut hinter solch einer freiwilligen Arbeit. Auch wenn es dir Spaß macht und es sehr vielseitig ist, ist sie vllt. auch ein Stück undankbar, zumindest im finanziellen Bereich. Also den Schritt könnte ich nicht ohne weiteres gehen :)

    Lieben Gruß,
    Teena ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Teena, ich freue mich sehr über dein Feedback und deinen Kommentar :)
      Ich verstehe, das allein aus finanzieller Sicht, nicht jeder diesen Schritt gehen kann. Was ich wirklich schade finde, denn eine freiwillige Arbeit kann sehr bereichernd sein. Ich stelle es mir schwer vor, wenn ich jetzt beispielsweise so wie du, schon ein Kind hätte und mich um eine Familie sorgen müsste. Dann würde der finanzielle Aspekt eine viel großere Rolle spielen, als direkt nach dem Studium und wenn man nur für sich alleine sorgen muss, in einer WG lebt usw. Trotzdem wünschte ich mir manchmal ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit jeder die Möglichkeit hat ehrenamtliche Arbeit zu machen. Aber das ist auch wieder so ein komplexes Thema...puhh...
      Liebe Grüße :)

      Löschen
  3. Liebe Phine,
    dein Design ist wunderschön geworden!
    Bei so vielen fröhlichen Farben bekomme ich direkt gute Laune! :-)
    Ich finde deinen Text wirklich sehr schön und gelungen!
    Ich hatte meine Krise bzgl. dem "was ich mal werden will" bereits nach der Schule.
    Jahrelang spricht keiner davon und plötzlich sollst du wissen, was du für den Rest deines Lebens machen willst.
    Ich habe es dann wie du gemacht, und erstmal ein Jahr lang ein freiwilliges Praktikum gemacht.
    Während dieser Zeit hat sich dann herauskristallisiert, dass das genau das ist, was ich machen möchte.
    Und so bin ich Heilerziehungspflegerin geworden.
    Ich finde es jeden Tag aufs neue genial, was einem der Job abverlangt aber auch zurückgibt.
    Bis heute bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl im sozialen Bereich zu arbeiten, und auch wenn ich damit nie große finanzielle Sprünge machen kann, bin ich doch glücklich! :-)
    Ich wünsche dir für deine private und berufliche Zukunft weiterhin alles erdenklich Gute und dass du genau den Beruf findest, der ich erfüllt und glücklich macht! :-)
    Viele herzliche Grüße
    Mia von Kleiner Freitag

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Mia, auch über dein Feedback freue mich...:)) und über deinen Kommentar.
      Toll, dass du schon früh die Initiative ergriffen und rausgefunden hast, was du machen willst und sehr glücklich damit geworden bist. Ich gebe dir Recht, dass es nach der Schule sehr schwierig ist, zu wissen was man im Leben und beruflich möchte. Meine Schule hat mir damals auch nicht wirklich bei der Entscheidungsfindung geholfen. Ich wünschte, dass es mehr Hilfe von Seiten der Schule geben würde.
      Übrigens finde ich es schön, mal von jemanden etwas Positives über das Arbeiten im sozialen Bereich zu hören, weil man oft viele negative Geschichten mitbekommt, von Leuten, die sich ausgebeutet usw. fühlen. Das kann manchmal schon ganz schön runterziehen. Ich denke, das ist aber auch oftmals eine Frage der persönlichen Einstellung und der eigenen finanziellen Ziele. :)
      Heilerziehungspflegerin hört sich übrigens total spannend an!
      Liebe Grüße :3

      Löschen
  4. Liebe Phine,
    dein neues Layout sieht sehr schön aus (: . Schlicht mit einer kleinen Prise Verspieltheit!
    Und es ist unglaublich wie sehr ich mich in deinen Texten immer wiederfinde...diese Mid-20-Krise scheine ich auch zu durchleben. Ich habe meinen Bachelor direkt nach dem Abi gemacht ohne mich vorher wirklich intensiv mit meiner Studienwahl beschäftigt zu haben. Klar habe ich mich informiert und die Idee kam mir sehr sinnvoll vor. Damals dachte ich noch, dass man damit viel Geld verdienen könnte usw. Dass diese Richtung nicht so wirklich mein "Ding" war habe ich erst im Studium gemerkt. Ich habe trotzdem alles bis zum Schluss durchgezogen und bin sogar dabei grad meine Masterarbeit (zwar in einem leicht veränderten Schwerpunkt) in dieser Richtung zu schreiben. So richtig weiß ich aber noch immer nicht, ob ich erfolgreich sein werde, einfach weil ich denke, dass andere dafür geboren sind, ich jedoch nicht.
    Aber dann denke ich wiederum, dass die meisten Menschen einfach irgendwas arbeiten, ohne darin komplett aufzugehen. Das scheint also für viele zu funktionieren, also vielleicht klappt es bei mir auch...? Dann hat man immerhin nicht das Problem, dass man die Arbeit in seinem Herzen trägt und man von ihr "verschlungen" werden kann, sondern sie ist dann einfach nur ein Job.
    Ich würde mir wünschen, dass man zukünftigen Generationen bereits in der Schule bei der Berufswahl hilft. Bei den angebotenen Fächern sollte klar sein wofür man das mal brauchen könnte und die Fähigkeiten des Einzelnen sollten erkannt und gefördert werden. Das kann einer Gesellschaft doch nur zugute kommen, wenn jeder das macht, was er am besten kann!
    Ich wünschte, dass ich nach der Schule auch erstmal ein freiwilliges Jahr gemacht hätte bzw. dass es Pflicht gewesen wäre nach der Schule erstmal bspw. 3 verschiedene Praktika zu machen.
    Deine Entscheidung finde ich sehr mutig, genauso wie die Aufgaben, die du erfüllst (: . Und ein bisschen beneide ich dich auch darum, dass du etwas tust worin du (jedenfalls momentan) aufgehst. Du wirst deinen Weg mit Sicherheit finden, auch wenn es dann doch eine andere Richtung sein sollte.
    Das Arbeiten in den Medien habe ich übrigens in einer Redaktion auch mal kennengelernt und kann deine Eindrücke nur bestätigen!
    Auch der Leistungsdruck bzw. die Angst wie sich die Entscheidungen auf spätere Arbeitgeber auswirken könnten zerfressen mich manchmal x) ...am liebsten würde ich weniger als 40 Stunden arbeiten. Nicht weil ich faul bin, sondern eben aus dem Grund, dass mein Job nicht mein Leben wäre und ich meinem Leben etwas mehr Zeit widmen möchte. Immerhin lebt man ja nur einmal, oder x) ?
    Aber da hört man dann wieder von allen Seiten: Nein, wie sieht das denn beim Arbeitgeber aus?
    Ich denke, dass ich mich irgendwann selbstständig machen möchte, aber so richtig habe ich noch keinen Plan. Mal sehen, was die Zukunft bringt...Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!

    PS: Mein zweites Problem ist, dass ich nicht wirklich in Berlin arbeiten möchte, sondern lieber in Brandenburg, aber der Markt in Berlin ist einfach so viel aussichtsreicher ^^ .

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Theresa, vielen, vielen Dank für deinen Kommentar und für den Einblick in deine Gedanken :)
    Ich freue mich natürlich, dass du dich auch in meinen Gedanken wiederfinden kannst. :))) Das zeigt mir, dass ich nicht alleine damit bin. Unsere Geschichten hören sich übrigens wirklich sehr ähnlich an. ^^ Ich finde es erstmal bewundernswert, dass du dein Studium bis jetzt so gut durchziehst. Allein dieses Durchhaltevermögen ist eine Fähigkeit, die nicht jeder hat. Und aus Erfahrung weiß ich, wie anstrengend das Studieren und besonders die Bachelor- und Masterarbeit ist. Mache dir auf jeden Fall bewusst (falls du es noch nicht getan hast) was das für eine Leistung ist und wieviel du gelernt hast.
    Ich finde es außerdem nicht schlimm, wenn man in seinem Job nicht 100% aufgeht und es am Ende des Tages einfach nur ein Job ist, mit dem man sein Geld verdient. Ich denke, dass es da gar nicht den einen richtigen Weg für jeden Menschen gibt. Allerdings denke ich auch, dass man in etwas nur wirklich gut und motiviert ist, wenn man es auch gerne macht und es zu seinen Fähigkeiten passt. Ich merke bei mir jetzt schon, dass ich viel lieber morgens aufstehe und zur Arbeit gehe, als noch während verschiedener Praktika und im Studium. Ich merke aber auch, dass ich einfach der Typ Mensch bin, der in allem was er tut, einen Sinn finden muss. Die Arbeit in den Medien war für mich einfach nicht mehr sinnvoll, vor allem, weil es viel ums Verkaufen und Anpreisen ging (und darin bin ich nicht sonderlich gut ^^) Aber wie gesagt, Menschen sind unterschiedlich und nicht jeder braucht diese Sinnhaftigkeit in seiner Arbeit.
    Ich bin auch der Meinung, dass man Kindern und Jugendlichen mehr Unterstützung bei der Suche nach den eigenen Fähigkeiten geben sollte und das so ein freiwilliges Jahr da eine große Hilfe sein kann. Die Wenigsten wissen mit 18 was sie für den Rest ihres Lebens machen wollen. Und selbst wenn, finde ich es sinnvoll, sich mal unterschiedliche Arbeitsplätze anzuschauen, denn so wirklich kann man doch erst wissen, was man will, wenn man verschiedenes ausprobiert hat.
    Auch du hast noch genügend Zeit dich in deinem Leben auszutesten. Selbst nach deinem Master könntest du für ein paar Wochen oder Monate ein Praktikum oder eine freiwillige Arbeit in einem anderen Bereich machen. Finanziell ist es nicht immer leicht, aber das wird meistens durch die Erfahrung aufgewogen. Niemand kann von dir verlangen, dass du dein Leben nach einem strikten Lebenslauf lebst. Ich weiß es ist extrem schwierig, besonders mit dem Druck von Außen und den potenziellen Arbeitgebern. Man darf nicht vergessen, dass die meisten Menschen heute den Job den sie erlernen, sowieso nicht ihr Leben lang ausüben. Und das ein "unperfekter" Lebenslauf, sehr spannend sein kann und zeigt, dass jemand vieles probiert hat und an Erfahrungen gewonnen hat.
    Ich finde es übrigens total nachvollziehbar, dass du nicht 40 Stunden arbeiten möchtest!!! Ich kann mir auch nicht vorstellen, mein Leben lang Vollzeit zu arbeiten. Aber mal sehen was noch so kommt...
    Ich finde übrigens, dass du dich zu einem gewissen Teil schon selbstständig gemacht hat, indem du deinen Blog gestartet hast, selbst deine Posts planst, recherchierst, Fotos knippst, schreibst, in Kontakt mit anderen trittst. Du bist sozusagen eine Mini-Redaktion, die für alles selbst verantwortlich bist. Das ist ein Talent, das nicht jeder hat (jetzt müsstest du nur noch anständig bezahlt werden :D)
    Ich hoffe auch, dass du deinen Weg gehen wirst (egal, wo du am Ende landen wirst ^^) und auch den Mut findest, dich selbstständig zu machen. :) Ich hoffe meine Worte waren nicht zu verwirrend...ich habe glaube ich noch nie so ein langes Kommentar geschrieben. ^^
    Liebe Grüße :3

    AntwortenLöschen
  6. Hi,
    ich bin eigentlich eher eine stille Mitleserin, aber dein Text hat mir so gut gefallen, dass ich mich jetzt doch mal zu Wort melde. :-D Wirklich toll geschrieben und auch die Fotos sind wunderschön.
    Ich habe nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr gemacht und wurde dadurch in meinem Studienwunsch bestärkt. Das Jahr war zwar teilweise auch sehr anstrengend, ich würde es aber jederzeit wieder tun :-)
    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Naidinie, ich freue mich sehr über deinen Kommentar :) Schön, dass dir das freiwillige Jahr bei deiner Studienwahl geholfen hat. Ich hoffe, dass das bei mir auch so klappt und ich einem erfüllenden Beruf näher komme. Bis jetzt bereue ich es auf jeden Fall nicht. :)
      Liebe Grüße

      Löschen
  7. Liebe Phine, wir schaffen noch den Kommentar-Rekord ^^ .
    Der Gedanke meiner eigenen Mini-Redaktion gefällt mir *hihi*. Und was wäre das für ein schöner Traum, wenn ich dafür noch bezahlt werden würde ^^ . Aber die Bezahlung sind eben unzählige neue Kontakte, Frauen, die so sind wie ich ^^ .
    Man sollte die Erwartung einer 40-Stunden-Woche abschaffen, jetzt wo so viele Menschen immer mehr Wert auf Lebensqualität legen. Dann muss halt nicht immer alles sofort passieren, sondern darf auch mal wieder etwas entschleunigt werden...aber das ist wieder ein anderes Thema ^^ . Vielleicht sollte ich doch lieber in die Politik gehen x) .
    Danke für deinen Zuspruch und ganz liebe Grüße.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist wirklich eine schöne "Bezahlung" :) Ich freue mich auch immer wieder, was für tolle Menschen ich jetzt schon kennenlernen durfte. :)) Hehe, du solltest definitiv in die Politik gehen und die 40-Stunden-Woche abschaffen, ich würde dir beistehen. ^^ Für Entschleunigung bin ich auf jeden Fall immer zu haben!
      Liebe Grüße :)

      Löschen
  8. Hallo Phine!
    Das ist das erste Mal, dass ich mir für einen Kommentar mal so RICHTIG viel Zeit genommen habe, ich denke nämlich seit gestern drüber nach, was man hier am besten sagt.
    Du sprichst mir nämlich aus der Seele. Aber komplett.
    Ich studiere auch Medienwissenschaften und muss sagen, dass ich gerade ein kleines Studientief habe.
    Ein freiwilliges soziales Jahr habe ich auch gemacht, nur leider hatte ich keine so tolle Einrichtung. Ich bin in einem katholischen Kindergarten gelandet (was ja eigentlich schon alles sagt, aber leider ist hier in der Region so ziemlich alles erzkatholisch...).
    Dann dachte ich ein Studium an der Uni wäre genau das richtige. Heute denke ich mir, ein Studium an der FH oder vielleicht eine Ausbildung wäre es wohl eher gewesen. Mein Schnitt ist eigentlich sehr gut, aber das ist mir alles zu theoretisch, und ich weiß immer noch nicht welchen Beruf ich bitte mit dem Wissen anfangen soll, was mir da vermittelt wird.
    Im Nachhinein denke ich, eine Ausbildung als Erzieherin wärs schon gewesen, aber dann halt keine katholische Einrichtung, sondern eher ein Waldkindergarten oder so.
    Ich denke das Problem mit dem Wettbewerb und den Arbeitsbedingungen hast du heute fast überall, nur muss es dir dann einfach Spaß machen, damit du das aushalten kannst.
    Zum Glück hast du was tolles gefunden! Das klingt aber auch wirklich gut. Ich finde die Arbeit mit Menschen kann einem wirklich was geben. Wie du sagt, läuft man einfach mit einem Grinsen nach Hause.
    Ich weiß noch, als eine 4-jährige, die noch nie mit jemandem aus dem Kiga geredet hatte und immer nur schweigend in der Ecke stand, plötzlich anfing mich vollzubrabbeln ohne Ende! Nach einem Monat kam sie jeden Morgen zu mir, um mir irgendwas spannendes zu erzählen und das war das beste Gefühl überhaupt! :)
    So Momente hat man in der Arbeit mit Medien, oder generell in der Wirtschaft natürlich nicht.
    Vielleicht kannst du ja mal dein Studium mit dem sozialen verbinden.
    Kolumnen schreiben oder Magazine drehen, über Einrichtungen wie die, in der du gerade arbeitest, oder aber im sozialen Bereich Medienprojekte oder Seminare leiten (wenn Geld für dich keine Rolle spielt jedenfalls...).
    Oder aber Medienarbeit im NGO-Bereich.
    Ich glaube, da gibt es noch ganz schön viele Möglichkeiten, wenn du doch noch auf der Medienschiene bleiben willst, und doch was soziales machen willst.
    (So denke ich mir das jedenfalls immer, wenn ich mal wieder irgendwelche Zeitungsformate, Zeitschriftentypen und die Geschichte des Journalismus auswendig lernen muss...)

    Aber erstmal freue ich mich unheimlich für dich, dass du diesen tollen Freiwilligendienst machst! :)
    (Und Hut ab, finanziell kann das ganz schön eng werden, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt...)

    Ich wünsche dir nur das beste für die nächsten 11 Monate und noch ganz viele tolle Momente, nach denen du grinsend nach Hause gehst :)

    Liebste Grüße,
    Rebecca
    (unter sowas persönliches kann man doch einfach nicht seinen Internet-Decknamen setzen, nein, nein...) :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Rebecca, ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut, auch dass du dir extra so viel Zeit genommen hast. :)
      Während meines Studiums ging es mir ähnlich wie dir, ich hatte auch mehrere Tiefs und den Sinn hinter den gelernten Studieninhalten häufig hinterfragt. Natürlich ist das ganze Wissen nicht umsonst gewesen, aber in einem Praktikum habe ich es noch nie (zumindest bewusste) gebraucht. Im Nachhinein würde ich den meisten Menschen auch eher zu einer Ausbildung oder einem Studium an der Fachhochschule raten. Studieren kann man ja auch noch nachdem man in dem Beruf schon ein bisschen gearbeitet hat (das geht zwar nicht bei allen Berufen, aber gerade im Medienbereich würde sich das anbieten).
      Deine Erfahrung im Kindergarten mit dem kleinen Mädchen hört sich total schön an. Es ist einfach ein anderes Gefühl im sozialen Bereich zu arbeiten. Ich würde mir wünschen, dass die soziale Branche mehr Anerkennung bekommen würde und auch mehr Gelder, die dann wiederrum in das Wohl der Menschen fließen würden. Aber das ist wahrscheinlich ein total naiver Traum von mir. :(
      Deine Berufsvorschläge finde ich übrigens klasse, wenn es mir gelingen würde den sozialen Bereich und die Arbeit mit Medien zu verbinden, würde ich das wahrscheinlich auch gerne machen. Aber ich möchte jetzt trotzdem erstmal abwarten, wie sich die restlichen 11 Monate noch gestalten. :)
      Du hast Recht, finanziell ist es nicht immer einfach, aber ich versuche das Beste daraus zu machen und mein ganzes Leben minimalistischer zu gestalten. Das hatte ich sowieso schon immer vor und jetzt durch die finanzielle Lage bin ich sozusagen "gezwungen" das mal anzugehen. :D
      Ich wünsche dir auch noch viel Durchhaltevermögen bei deinem Studium. Wenn du ein Praktikum findest, das Spaß macht, wird dieses Tief vielleicht auch wieder vergehen. Ansonsten steht dem Erzieherin werden ja nichts im Weg. (Und ein Waldkindergarten <3 das hört sich toll an)
      Liebste Grüße :3

      Löschen
  9. Hallo liebe Phine,
    wie schön das du meinen Blog gefunden hast und ich dann dich finden konnte.
    Würde dich am liebsten knutschen! :) Weil… da sind viele Parallelen.
    Ich habe mein Studium durchgezogen und hadere aber seit meinem 2. Semester mit mir und dem was ich
    da gelernt bzw. wie in der Branche so miteinander umgegangen wird. Aber was tun?
    Ich bin gespannt auf deinen Weg! Vielleicht krieg ich ja auch mal ein bisschen Mut für "was anderes als Medien". ;)

    Liebste Grüße
    Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Julia, vielen Dank für deinen Kommentar :)
      Ich finde es sehr interessant die Meinungen von Leuten zu lesen, die auch schon Erfahrungen im Medienbereich gemacht haben/ irgendwas mit Medien studiert haben. Das zeigt mir, dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin!
      Bei mir ging dieses Hadern eigentlich auch schon viel früher los....aber während des 2. Semester habe ich das alles noch nicht so hinterfragt und bin eher "mitgeschwommen" weil ich keine Ahnung hatte, was ich stattdessen machen sollte.
      Ich wünsche dir noch ganz viel Glück und Mut :)
      Liebe Grüße :)

      Löschen